Dies und das

Dies:

http://www.wahlplakate-archiv.de/index2.php?option=com_content&task=view&id=67&pop=1&page=0&Itemid=56

und das:

F4_Plakat

Über die Schweiz schreibe ich hier aber nichts, das wäre wohl anmaßend. Einfach hier lesen.

Ich kann aber vielleicht ganz kurz was über den Deutschen, der das Plakat (das zweite) entworfen hat, schreiben. Er heißt Alexander Segert, ist in Hamburg geboren und in die Schweiz immigriert. Dort macht er schon seit Jahren sehr erfolgreich Werbung für die rechte Schweizer Volkspartei SVP, die nicht rechtsextrem genannt werden möchte. Das sah dann zum Beispiel so aus: http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=70783. Segert war Mitglied der rechten Psycho-Sekte VPM und hat für diverse rechte Publikationen geschrieben. Die Frage, ob er als ein gutes Beispiel für die gelungene Integration eines Deutschen in die Schweiz gelten kann, muss an dieser Stelle unbeantwortet bleiben.

Schwäbisch Hall

Ich halte mich gerade in Schwäbisch Hall auf und möchte die Gelegenheit nutzen euch, liebe Leser des Raushau-Blogs, diese Stadt und ihre Umgebung etwas näher zu bringen. Ich will aber diesmal nichts schreiben. Stattdessen gibt es Fotos. Alle Bilder sind mit einem Objektiv mit 35 Milimetern Brennweite auf einem Sensor im APS-C-Format fotografiert und nicht nachbearbeitet.

 

Einfache Freuden für einfache Gemüter (Flash-Games und Fußball)

Mir war in letzter Zeit (knapp die letzten 30 Jahre) zu oft ärgerlich und weltschmerzlich zumute. Dabei verfüge ich doch eigentlich über ein einfaches, sonniges, kindliches Gemüt. Mit kleinen Dingen kann man mir eine Freude machen. Am besten geeignet sind kleine gemeine Dinge.

Man muss nicht immer was schreiben, wenn man sich über Politiker aufregt zum Beispiel. Es gibt so viel originellere Arten, sich abzureagieren. Mit dieser hier kann man gut und gerne ein paar Stunden verbringen; sie ist besonders geeignet für Franzosen und Frankophile (Vielen Dank an Vera. G. für den Link.).

Wo ich gerade von Franzosen schreibe: Unglaublich, auf welch schäbige Weise die sich zur WM gemogelt haben! Ich schrieb in meinem letzten Artikel, dass mich gewisse Foreneinträge immer wieder beunruhigen. Aber die Kommentare unter diesem Film machen natürlich Spaß. Man sieht die Schreiber vor sich, wie sie ihren verzweifelten Hass mit dem Vorschlaghammer in die Tasturen hauen, danach mit Anlauf gegen die Wand rennen und gegen die Wand rennen und gegen die Wand rennen, die Wand, die Wand, bis sie sich nicht mehr regt. Es macht einfach Freude, sich das vorzustellen, auch wenn es natürlich etwas beunruhigend bleibt.

Fußball ist ohnehin die schönste Form der Unterhaltung, besonders wenn Deutschland verliert spielt. Dieses wunderschöne Tor, was sie gestern gegen die Elfenbeinküste kassiert haben, liebe Fußballlaien, ist übrigens ganz regelkonform zustande gekommen. Es war schließlich kein Handspiel.

Ein Link, weil: Das hätte ich 100pro genauso schreiben können

… und ich muss unbedingt aufhören mit diesem dümmsten aller Computerspiele, raus, vor die Tür, unter richtige Menschen, was Vernünftiges machen, irgendwas (wofürs Geld gibt am besten) etc. pp…  und ignorieren, dass man da draußen von Idioten umgeben sein könnte, auch wenn die Indizien dafür sprechen, dass es eine Schnittmenge gibt zwischen denen in den Internetforen und denen da draußen auf der Welt. Und ich sage zu mir: Nein, mein Kind, Monster gibt es doch nur im Märchen und diese anderen Monster, die sind virtuell, die gibt es doch nur im Internet, nicht im wirklichen Leben.

Und es gibt ja auch noch die irgendwie verwandten Seelen. Da draußen und sogar im Internet. Ein Trost.

http://ulihannemann.de/artikel/computerspiele

Nochmal Thilo S.

Der mutmaßliche Rassist Thilo S. hat die Berliner Staatsanwaltschaft öffentlich aufgefordert, die Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen ihn rasch einzustellen. Eine Forderung, die mir aus seiner Sicht verständlich erscheint. Es wundert mich nur, dass vor ihm nur wenige auf so eine Idee gekommen sind.

Die mutmaßlichen Ladendiebe, Straßenräuber, Kneipenschläger, Autoanzünder, jugendlichen Gewalttäter, Bankräuber X, Y und Z haben die Staatsanwaltschaft aufgefordert, die Ermittlungen gegen sie einzustellen, und zwar schnell. Das hätte bestimmt auch jeweils lustige Artikel im Tagesspiegel gegeben. Ich hätte auch gerne das Interview mit dem Kneipenschläger gelesen, der in der Wochenzeitung „Die Zeit“ die zweifellos vorhandene Naivität, mit der er auf sein Opfer einprügelte, einräumt, aber sofort im Anschluss zu bedenken gibt: „Nachdenklich sollte stimmen, dass ich offenbar ein weitverbreitetes Artikulationsbedürfnis ausgelebt habe, das von den Medien und der Politik bisher nicht bedient wurde.“

Das sollte nämlich wirklich nachdenklich stimmen. Genauso wie es ganz sicher das Bedürfnis gibt, rassistisch zu reden, zu rassistischer Politik aufzufordern, sie vielleicht sogar, wenn möglich, selbst umzusetzen, gibt es auch ganz sicher das Bedürfnis, sich durch physische Gewalt zu artikulieren. Und – ich bin ausnahmsweise mal ehrlich – als ich das Interview von Thilo S. gelesen habe, hatte ich für eine gewisse Zeit das starke Bedürfnis, mich ihm gegenüber in genau dieser Weise zu artikulieren. Ich bin allerdings – wie die meisten Menschen – durchaus fähig, einem Bedürfnis auch mal zu entsagen, wenn es mit grundlegenden moralischen Werten (in diesem Fall der hohe Wert des gewaltfreien Diskurses) kollidiert.

Mein zeitweiliges Bedürfnis, Leute wie Thilo S. zu ohrfeigen, habe ich zum Glück unter Kontrolle. Es ist auch nicht wirklich mein Wille, ihnen weh zu tun. Ich fände es nur gut, wenn ein Thilo S. und all jene, die jetzt in seinem Windschatten verbal ihre niederen Instinkte ausleben, und dann ganz groß darin sind, andere mit besonders strengen Maßstäben zu beurteilen, an ihr eigenes Verhalten einmal die ganz normalen Maßstäbe, wie sie für jeden anderen auch gelten, anlegen würden. Ich fände es auch sehr angebracht, wenn sie endlich einsehen könnten, dass ein höherer sozialer Status das Leben zwar in vielerlei Hinsicht angenehmer macht – was ich wirklich jedem gönne –, dass er aber nicht das moralische Recht einschließt, sich über Menschen zu stellen, die es in der Gesellschaft ohnehin schon schwerer haben. Ich werde einfach nie verstehen, mit welcher Nachsicht, ja Blindheit, jemand wie Thilo S., der in dem diskutierten Interview z.B. Menschen aufgrund rassistischer Kriterien aus der Solidargemeinschaft ausschließen möchte und es schon für einen inakzeptablen Vorgang hält, wenn in deutschen Parks Hammelfleisch gegrillt wird, sein eigenes Benehmen in der Öffentlichkeit betrachtet. Ganz abgesehen vom Inhalt seiner Reden und auch abgesehen von der Tatsache, dass eine öffentliche Äußerung eines Menschen mit seiner politischen Macht nie bloß ein interessantes Gedankenexperiment sein kann, sondern gerne auch mal ganz reale Folgen nach sich zieht.

Ich bin nicht geschult in der juristischen Interpretation von Texten. Und auch in anderen Formen der Textinterpretation unterlaufen mir öfter mal Fehler. Außerdem bleibt, das ist ja klar, jede Textinterpretation eine subjektive Lesart. Dennoch: Wie ich es lese, ist das an mehreren Stellen rassistisch, was Sarrazin in seinem Interview über die sozialen und wirtschaftlichen Zustände in Berlin gesagt hat. Und öffentlich geäußerter Rassismus von einer öffentlichen Person seines Ranges dürfte aus meiner laienhaften Sicht wohl den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit überhaupt ermittelt, scheint mir ein Indiz zu sein, dass meine Lesart des Interviews nicht völlig abwegig ist. Ich bin durchaus gespannt, wie es mit den Ermittlungen gegen Sarrazin weitergeht, und ich bin immer noch ziemlich erstaunt, mit welcher Sicherheit nicht wenige behaupten, das seien alles bloß kontroverse Meinungsäußerungen in einem vielleicht etwas polemisch geratenen Tonfall.

Was machen wir bloß, wenn am Ende doch wäre, was nicht sein darf? Müsste man dann vielleicht langsam aufhören, Rassismus als ein Phänomen zu begreifen, das in Deutschland nur an den sogenannten Rändern der Gesellschaft auftritt?

Großer schwarzer Kater entlaufen

Ich habe es gerade erst aus der Presse erfahren: Meiner Schwester Katarina ist ihr schwarzer Kater entlaufen. Da sie sehr an dem Tier hängt (wir alle mögen ihn, er ist wirklich ein ganzer Feiner und definitiv mehr, als nur eine schwarze Katze!), bitte ich alle Leser meines Blogs, die Augen offen zu halten und uns unbedingt Bescheid zu geben, wenn euch ein Tier über den Weg laufen sollte, auf das folgende Beschreibung zutrifft:

Der Kater ist mit Ausnahme von sieben einzelnen weißen Haaren auf der Brust vollkommen schwarz und sehr groß. Besonders, wenn man ihm im Dunkeln begegnet. Dann wirkt er gleich noch mal viel größer und auch sogar noch schwärzer. Nach dem Jungen vom Stamme der Grünhäute aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ wurde er auf den Namen Atréju getauft. Er hört zwar nicht auf diesen Namen, doch ist sein Gehör ausgezeichnet. Wenn man mit einer Packung Trockenfutter klappert, kommt er normalerweise. Er kann dann auch größere Entfernungen mit beachtlicher Geschwindigkeit zurücklegen. Atréju hat grüne Augen mit mehr oder weniger schlitzförmiger Pupille, aus denen er jeden außer meine Schwester böse anguckt. Seine Nahrung besteht zum überwiegenden Teil aus Katzenfutter, er jagt aber auch erfolgreich Stubenfliegen, Hausspinnen, Weberknechte und Staubmilben. Dabei bewegt er sich trotz seines fortgeschrittenen Alters schnell und geschmeidig. Der Kater ist kastriert, riecht aber trotzdem sehr nach männlicher Katze. Er ist äußerst scheu und meidet im Normalfall die Nähe des Menschen. Solange es noch irgend möglich ist, versucht er zu fliehen. Wird er in die Enge getrieben, faucht er wild, attackiert aber erst dann, wenn man ihn ergreift. Versucht bitte unter keinen Umständen, das Tier selbst einzufangen! Der Kater hat äußerst scharfe Krallen und Zähne, mit denen er dem Menschen gefährlich werden kann, auch wenn bis heute keine Fälle von lebensbedrohlichen Verletzungen bekannt sind. Da sich der Kater nun im Freien aufhält, besteht außerdem die Möglichkeit, dass er durch scheinbar harmlose Kratzer und Bisse gefährliche Krankheiten übertragen könnte. Unbedingt von ihm fernhalten sollten sich Menschen, bei denen eine Disposition für Tierhaarallergien bekannt ist.

Atréju

Atréju

Wie der Presse zu entnehmen ist, kann über den momentanen Aufenthaltsort von Atréju nichts genaues gesagt werden. Einiges spricht für Nordrhein-Westfalen, da er aber sehr schnell wandert, könnte er in diesem Augenblick auch schon ganz woanders sein.

Ich bitte euch inständig, haltet die Augen offen, leitet diesen Artikel auch an Freunde und Bekannte weiter und gebt uns umbedingt Bescheid, wenn ihr einer Katze begegnet, auf die obige Beschreibung zutrifft.