Das Uhärgh!-Blog

Schon ewig nichts mehr gebloggt. Das kann so nicht weiter gehen. Das Jahr hat noch gar nicht richtig angefangen und ich bin kreativitätsmäßig schon Flasche leer. Sprachlich sieht es nicht besser aus, wie man sieht. Es ist wie damals in der Schule, Weihnachten ist vorbei, und man fragt sich: Wann kommen endlich die Winterferien? Sandra R., die Lehrerin ist, hat gestern genau dieses Gefühl beschrieben. In der Schule herrscht da also Einigkeit zwischen Lehrern und Schülern. Aber zwischen mir und mir herrscht da gerade leider gar keine Einigkeit. Denn ich habe ja so unglaublich viel vor und so viel Energie, es anzugehen, und dazukommt, dass ich mir es auch überhaupt nicht leisten kann, wenig vor und wenig Energie zu haben. (Fühlt sich außerdem kacke an.) Ich dagegen bin häufig müde, tu viel zu wenig, und was ich tu, macht mich nur noch unzufriedener mit mir, denn es ist Murks. In der Schule war aber auch nicht alles Gold. Da kamen auch gerade in dieser Zeit gern noch besonders fiese Klassenarbeiten. Natürlich konnte man darauf spekulieren, dass alle anderen Schüler auch schlecht waren und, damit der Schnitt wieder hinkam, alles insgesamt hochgewertet werden musste. Aber schön war das auch nicht. Ich will die Zeit nicht verklären. Und es waren ja auch nicht nur die Klassenarbeiten, die Scheiße waren. Sondern alles. Und im Januar nur besonders, im April aber schon auch. Statt hier irgendwas schnell hinzuschreiben, könnte ich auch einen alten Text, der bei mir auf Halde liegt, posten. Ginge noch schneller und wäre wahrscheinlich weniger schlecht. Aber bei Texten, die zu lange liegen, muss ich erst stundenlang überlegen, ob sie noch relevant sind. Bei diesem Text hier ist schon alles egal. Ich habe gerade halt Wichtigeres zu tun, als noch einen Blogtext zu verfassen. Außerdem seid ihr ja verwöhnt, liebe Leser. Ja, genau euch zwei meine ich! Braucht gar nicht auf unschuldig tun und in die andere Richtung gucken! Ihr seid hier verwöhnt mit langen Texten, wo andere Autoren Geld für nehmen würden. Bewaffnete Autoren, meine ich: „Hier ist mein Text. Kannste haben. Aber gib mir dein Geld, oder ich schieß dich tot!“ würden sie sagen. Doch früher oder später kriegt man sie alle, und dann sterben sie in ihrem schwarzen GTI im Kugelhagel. Das haben sie dann davon. Am Ende kriegt jeder das, was er verdient. Und wer sich mies benimmt zu Zeiten, wo er eine Knarre hat, der wird auch mies behandelt werden, wenn einmal die anderen die Knarre haben. Ich dagegen bin lieber immer freundlich und mache auch mal so tolle Sachen, wie Pakete für die Nachbarin annehmen und ganz ungeöffnet aushändigen. Wenn alle Menschen so wären, dann wäre die Welt geheilt und ein besserer Platz für dich und für mich. Wo war ich stehen geblieben? Ich weiß es nicht. Es ging um Blogtexte. Meine sind immer so lang und so voller Seele und what’s best – it’s completely free! Die meisten anderen sind doch meistens voll kurz und außerdem abgeschrieben und dann verlinken sie halt noch auf irgendwas, was einem nur unnötig Zeit kostet, wenn man es anklickt, weil es ist ja doch wieder nur so ein modischer Internet-Hype-Sparwitz oder eben Altbekanntes. Habe ich ja auch schon gemacht. „Lest lieber nicht mein Zeug hier, schaut euch stattdessen mal diesen lahmen Link an“, habe ich dann so sinngemäß immer geschrieben. Na, da war ich wenigstens noch ehrlich. Dann hatte ich aber auch immer wieder diese langen Texte. Und heute? Nichts, kompletter Ausfall, der reine Scheiß. Da wartet ihr schon so lang, dass hier endlich wieder was kommt und dann ist es so was. Ja, tut mir leid. Dann lest doch die Gülle bei Spiegel-Online! Ich bin auch immer so abfällig anderen gegenüber, die Scheiße sagen oder schreiben, dabei sollte ich mir selbst mal den Mann im Spiegel anschauen, da könnte einem nämlich auch schon mal das Kotzen kommen, so ist es ja nicht. Und trotzdem: Ich bin so negativ gegenüber Leuten eingestellt, die scheiße sind, das wird immer schlimmer, und so schnell im Urteilen. Zum Beispiel war ich mit Maik S. in einer voll szenigen Videothek am U-Bahnhof Gneisenaustraße und nur weil uns der Typ hinterm Tresen völlig grundlos ankackt, denke ich gleich: „Was für eine ultraarrogante Hackfresse! Der denkt wohl im Ernst, er ist King Louie aus dem Affenland, dabei kann er bestimmt nicht mal tanzen, sondern bloß weil er wie Trilliarden andere auch ein paar Hundert Filme gesehen hat. Wahrscheinlich glaubt er auch, er hat die einzige Videothek in Berlin.“ Hätte ich überhaupt nicht denken müssen. Ich meine, wahrscheinlich stimmt es schon, was ich mir da gedacht habe, aber vielleicht war er ja auch einfach überarbeitet. Aber wenn man so negativ eingestellt ist, dann kann es einem passieren, dass man sagt: „Nein, ich sehe gar nicht ein, warum ich mich hier so anpissen lassen muss.“ Und dann muss man zu Videoworld gehen, zu so einem bösen Großkonzern, und den einen Film, den Maik besonders gern gesehen hätte, gibt es da dann natürlich nicht. (Sorry, Maik. Ich würde es zwar wieder machen, aber es tut mir ehrlich leid.) Alles nur, weil ich mich seit neuestem so intolerant gegenüber Arschlöchern verhalten muss. Weil ich aber auch feige, nicht voll durchtrainiert und schlecht bewaffnet bin, ist diese Intoleranz meistens noch stärker, wenn kein direkter Gegner da ist. Zum Beispiel habe ich gestern nach langer Zeit mal wieder im Tagesspiegel geblättert und gleich literweise Magensäure in die Gegend gespuckt wie eine magersüchtige Speikobra. Aber die schlimmste Stelle war ein ganz harmloser Fragebogen, den Leander Hausmann ausgefüllt hatte. Ich hatte bis dahin nie was gegen den gehabt. „Ein Künstler, hat ja zum Teil ganz nette Filme gemacht, Respekt, Alter, Mann, Respekt“, dachte ich bisher. Und dann beantwortet der lumpige 10 Fragen. Ich meine, was soll das bitteschön aussagen über einen Menschen, den man überhaupt nicht kennt? Das sagt doch gar nichts aus, deshalb kann man den doch nicht einfach gleich irgendwie beurteilen, meine ich. Aber ich jedenfalls les die Antworten von dem Hausmann auf die Fragen und bei jeder einzelnen Antwort kotz ich die Wand an. „Uhärgh! Was für ein Arschloch! Was für ein Tonnen-Kubik-Arschloch!“ denke ich nur noch. Zehn Sätze und ein Mensch, den ich nie gesehen habe und gegen den ich bislang nicht den leisesten Groll gehegt habe, ist ein Erste-Klasse-Objekt meines Hasses geworden! Das darf doch nicht wahr sein, so etwas! Ist es aber. Ja, liebe Leute, der Text ist für einen Blogtext so längenmäßig fast schon wieder zu viel. Und es dauert schon seine Zeit, so was rauszuhauen, auch wenn man sich keine Mühe gibt. Ich möchte jetzt zum Abschluss nur schnell noch ein paar Klicks generieren: Fick, Schwanz, Mord, Vergewaltigung, Folter. Das waren, nachdem ich meinen Seelenverkaufstext gepostet habe, die häufigsten Suchen, die zu meinem Blog führten. Kommen auch alle Wörter in dem Text drin vor, so weit ich weiß, nur bei „Schwanz“ bin ich mir unsicher. Finde ich jedenfalls gut, dass es viele Menschen gibt, die diese existenziellen Dinge bewegen und die das Medium Internet für Recherchezwecke auf diesem Gebiet benutzen. Und damit mir keiner vorwerfen kann, ich hätte die Wörter Fick, Schwanz, Vergewaltigung, Mord und Folter hier nur geschrieben, um für diesen Müll-Text Klicks zu generieren, setz ich jetzt noch einen Link, der irgendwie damit zu tun hat, jedenfalls so irgendwie wie hier heute alles irgendwie irgendwie ist, und wenigstens ganz dezidiert mit Schwanz.

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