Das Raushau-Blog wird leserfreundlicher

Die FAZ hat anlässlich der Buchmesse ein schönes unnützliches kleines Programm online gestellt. Nach einer streng geheimen Rezeptur vergleicht es die stilistischen Besonderheiten und Gewöhnlichkeiten jedes beliebigen Textes mit denen bekannter deutschsprachiger Autoren. Mittelschlaue Füchse lassen das Programm  ihre eigenen Texte analysieren und erfahren so in wenigen Sekunden, welcher bekannte Autor sich einmal erdreistet hat, so ähnlich zu schreiben wie sie selbst. Ganz, ganz superschlaue Füchse testen das Programm mit Texten aus dem Projekt Gutenberg und stellen fest, dass Kafka tatsächlich wie Kafka, Goethe aber überraschenderweise wie Fontane schreibt. Das Programm scheint demnach noch nicht ganz ausgereift, aber doch einigermaßen brauchbar zu sein.

Das bestätigt auch seine stichprobenartige Anwendung an einigen Texten des Raushau-Blogs. Wenn ich mich im Schreiben um einen eher lässigen Erzählduktus — ähem — bemühe, der sich der mündlichen Sprache annähert, und zudem ein oder zwei Wörter aus dem Bereich Pippi Kacka einbaue, bestätigt mir die Software, dass ich schreibe wie Charlotte Roche. Wenn ich mich in länglichen Tagebucheinträgen melancholisch mit meinem Seelenzustand beschäftige, den ich in meiner tristen Umgebung gespiegelt sehe, dann schreibe ich wie Peter Handke. Der Blogeintrag vom 11. Januar 2010, den ich ohne zu planen, innezuhalten oder gar nachzudenken in einer halben Stunde runtergehauen habe, ähnelt stilistisch den Romanen von Ildikó von Kürthy. Die Software mag demnach vielleicht nicht immer völlig richtig liegen, komplett daneben liegt sie aber offensichtlich auch nicht. Daher soll sie von nun an hier Anwendung finden und dem geneigten Leser bei der Entscheidung helfen, ob er einen  Blogeintrag selbst lesen oder die Lesearbeit lieber an eine externe Hilfskraft outsourcen möchte.

In punkto Leserfreundlichkeit ist das Raushau-Blog innerhalb der deutschen Blogosphäre immer ganz weit vorn gewesen. Mit der Einführung des Ich-schreibe-wie-Zertifikats  setzt das Raushau-Blog in dieser Hinsicht erneut Maßstäbe.

Klassifizierung der aktuellen Texte:

„Hass-Blog“ liest sich wie Friedrich Nietzsche.

„Zum einjährigen Jubiläum“ liest sich wie Charlotte Roche.

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Ein Kommentar zu “Das Raushau-Blog wird leserfreundlicher

  1. Pingback: Ähem, hallo Entschuldigung, ich … « Raushau-Blog

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