Schmetterlingssammlung

Wir leben in schrecklich politisch korrekten Zeiten. Wunderschöne, altehrwürdige Hobbys wie zum Beispiel das Schmetterlingssammeln finden heutzutage keine Anerkennung mehr. Wer ihnen noch nachginge, würde öffentlich gebrandmarkt, man würde eine wahre Hexenjagd auf ihn veranstalten. Oder um es mit der allwissenden Wikipedia auszudrücken:

„In der Gegenwart würde eine Insektensammlung unter Naturfreunden häufig auf Missgunst treffen, nicht zuletzt der Zunahme bedrohter Arten wegen, auch aufgrund des heute viel weniger anerkannten Tötens der Tiere.“

Wikipedia – Insektensammlung

Die folgende Schmetterlingssammlung ist politisch korrekt weichgespülte Gutmenschenkacke. Keinem einzigen Tierchen wurde beim Anlegen ein Leids getan. Dafür fehlt ihr natürlich auch, was den Charme einer guten Schmetterlingssammlung ausmacht: Dieses Gefühl, etwas Schönes, Buntes, verboten Leichtes und geradezu beleidigend Lebendiges getötet, aufgepießt, konserviert, penibel bestimmt und etikettiert, eng eingefasst, weggeordnet und in staubigen Schränken vergessen zu haben — das in seiner ganzen prachtvollen Schalheit so unglaublich befriedigende Gefühl ultimativer Macht.

Wir leben in schrecklichen Zeiten, wo ein Mann sich solcher Gefühle schämen soll.

Exponate: Admiral, Kleiner Fuchs, Landkärtchen, Brauner Waldvogel/Schornsteinfeger, Spiegelfleck-Dickkopffalter, Braun-Dickkopffalter (?), Tagpfauenauge, ????, Zitronenfalter, ?-Bläuling

Alle im Juli 2012 in und um Berlin fotografiert.

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